Nachruf Manfred Hundt

Rommerskirchen, den 25.11.2021

Im Alter von 85 Jahren ist kürzlich Manfred Hundt unerwartet verstorben. Hundt war über Jahrzehnte hinweg der Experte
schlechthin in Rommerskirchen, wenn es sich um archäologische Fragen handelte. Eigentlich war ja der Tauchsport sein großes Hobby, und gerade durch diesen stieß er Mitte der 1960-er Jahre auf seine zweite große Passion: Beim Tauchen im Mittelmeer nämlich machte der gebürtige Kölner so manchen Fund, ob es sich nun um alte Münzen oder andere Überbleibsel vergangener Zeiten handelte. Darüber, um was es sich genau handelte, ließ sich Manfred Hundt im Römisch- Germanischen Museum aufklären, wobei ihn dessen damaliger Leiter Professor Otto Doppelfeld für die Archäologische Gesellschaft gewinnen können. In der wurde der gelernte Export-Kaufmann Hundt zu einem versierten Kenner der Archäologie: Seit 1970 ehrenamtlicher Mitarbeiter des Rheinischen Amts für Bodendenkmalpflege, war er seit 1981 Beauftragter für die Bodendenkmäler in der Gemeinde Rommerskirchen, wo er seit 1978 mit seiner Frau lebte. Sämtliche Ausgrabungen, die seither am Gillbach erfolgt sind – es waren etliche-, hat Manfred Hundt begleitet. Bei der Entwicklung von Baugebieten war seine Meinung stets gefragt: Offizielle Stellungnahmen in Planungsverfahren wurden von ihm maß-geblich mitgestaltet, wenn sie nicht ohnehin gleich von Manfred Hundt stammten.
Der Experte war viel in Feld und Flur unterwegs, und mit seinen Prognosen lag er durchweg richtig – wobei ihm das Terrain am Gillbach begünstigend entgegen kam: Seine Erfahrungen in dieser Hinsicht, hat Hundt in dem prägnanten, gleichwohl nur wenig überspitzten Bonmot zusammengefasst, wonach im Gemeindegebiet stets mit archäologisch bedeutsamen Funden zu rechnen sei, sobald man auch nur einen Spatenstich mache.
Sein umfangreiches Fachwissen hat auch Eingang in zwei Bücher gefunden, die weit über Manfred Hundts Tod hinaus Grundla-genwerke bleiben werden, wenn es um Archäologie in der Gemeinde geht. 1996 erschien „Das Erbe der Römer am Gillbach“ aus Hundts Feder, 2011 veröffentlichte er „Rom in Rommerskirchen“, eine akribische Auflistung aller archäologischen Fundstellen der vergangenen Jahrzehnte.
Mit seiner Anregung von 2015, in Rommers-kirchen gefundene Exponate auch vor Ort sichtbar zu machen, hatte Manfred Hundt in diesem Sommer Erfolg: Das archäologische Fenster im Neubaugebiet Steinbrink zeigt ein Teilstück des römischen Kanals, der eben dort gefunden wurde.
Für Bürgermeister Dr. Martin Mertens, wie Manfred Hundt auch, Senator der Karnevalsgesellschaft Rut-Wieß Rommerskirchen, nennt den passionierten Archäologen „einen der wichtigsten Kenner der Vorgeschichte des heutigen Rommerskirchen. Jemanden, der es in dieser Hinsicht mit Manfred Hundt aufnehmen könnte, werden wir leider so bald nicht mehr erleben.
Die Trauerfeier für Manfred Hundt fand am 17. November in der Samariterkirche statt.

Hier kann man den Originalbeitrag lesen.

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