Pfarrer Thomas Spitzer verabschiedete sich von evangelischer Gemeinde


Rommerskirchen, den 17.02.2022

Mit einem Gottesdienst in der Eckumer Samariterkirche verabschiedete sich Pfarrer Thomas Spitzer (64) kürzlich nach fast 37 Jahren im Amt von der evangelischen Gemeinde in Rommerskirchen. In der hat deren dritter Pfarrer überhaupt – die Gemeinde gibt es offiziell erst seit 1961 – längst Geschichte geschrieben: Insgesamt war er länger im Amt als seine beiden Vorgänger Gustav Baron de Soucanton (1957 bis 1970) und Gerhard Jakschas (1970 bis 1984). In der – coronakonform – bestens gefüllten Samariterkirche nahmen u.a. Superintendent Dietrich Denker, Spitzers Nachfolger im Pfarramt, Thorben Golly und Pfarrer Dr. Meik Schirpenbach von der katholischen
Kirche teil. Bürgermeister Dr. Martin Mertens (39) sprach als Katholik, aber auch für viele andere Einwohnerinnen und Einwohner, die „nie einen anderen evangelischen Pfarrer in Rommerskirchen gekannt“ haben. In Hildesheim geboren, studierte Thomas Spitzer in Münster und Tübingen evangelische Theologie. Mit 27 Jahren wurde er nach zwei Jahren als Vikar in Essen 1985 Pfarrer in Rommerskirchen. Mit seiner Frau Heike ist er seit 1982 verheiratet. Die beiden sind Eltern zweier Töchter und eines Sohns und inzwischen fünffache Großeltern. Nicht zuletzt dank Spitzers Engagement ist es gelungen, die Eigenständigkeit der evangelischen Gemeinde zu bewahren.
Dass es in Rommerskirchen einen Umzug zum Erntedankfest gibt, geht auf eine Idee Spitzers zurück, auf die er bei einem Besuch in der brandenburgischen Partnergemeinde Karstädt 2010 gekommen war.
Ein besonderes Kapitel ist die Ökumene: Nicht allein, dass die Predigt zum 500-Jahr-Jubiläum der Reformation 2017 mit Franz Josef Freericks ein katholischer Geistlicher hielt, auch ansonsten gibt es vielfache Anknüpfungspunkte für eine gedeihliche Zusammenarbeit: Konfirmationen etwa konnten während der Pandemie in der katholischen Pfarrkirche St. Peter gefeiert werden.
Auch über den kirchlichen Bereich hinaus hat Thomas Spitzer Maßstäbe gesetzt, so etwa mit dem 1991 gegründeten Kulturcafé, in dem seither sämtliche namhaften Kabarettisten des Landes gastiert haben, oder dem „Frixheimer Sommer“ im Garten der Kreuzkirche.
Am Ende des Gottesdiensts ließ Thomas Spitzer auch eine gewisse Erleichterung erkennen: Die Frage in einem Gedicht Theodor Fontanes – „War dir’s wenig, war dir’s viel?“ – beantwortete er gleichermaßen kurz und bündig : „Für mich war es mehr als genug.“
Dass er nicht aus der Welt sein werde, hat er schon vor geraumer Zeit gesagt. Dies gilt für das Kulturcafé und den „Frixheimer Sommer“ ebenso für Gottesdienste, bei denen er seine Kollegen bei Bedarf vertreten wird.

Hier kann man den Originalbeitrag lesen.

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