Gedenken an Kriegsopfer vom 1.März
1945 stand diesmal ganz im Zeichen des
Ukraine -Kriegs

Rommerskirchen, den 08.03.2022

Ein noch nicht einmal 14 Monate alter Junge war das jüngste, ein 69-jähriger Mann das älteste Opfer, das dem alliierten Bombenangriff auf den Rommerskirchener Ortskern am 1. März 1945 zum Opfer fiel – zwei Tage, ehe die US-Armee in Rommerskirchen einrückte, womit hier der Zweite Weltkrieg beendet war. Die genaue Zahl der Toten ist bis heute nicht bekannt, die Angaben schwanken zwischen 140 und
150. Noch im Februar 1945 nämlich war im Kirchtum eine Sende-, beziehungsweise Richtfunkanlage installiert worden, die das Hauptziel der US-Luftwaffe war. Das Gedenken an diesen schwersten Bombenangriff, den Rommerskirchen im Zweiten Weltkrieg erlitt, stand anlässlich des 77- Jahrestags nicht zuletzt im Zeichen des Kriegs in der Ukraine.
Bürgermeister Dr. Martin Mertens erinnerte bei der von der St. Sebastianus- Bruderschaft in der Pfarrkirche St. Peter abgehaltenen
Zeremonie an die Parole „Nie wieder Krieg“, die oft als „Lehre“ aus diesem Ereignis angeführt, jedoch durch den russischen Angriff auf die Ukraine in Frage gestellt wird. Von der Hoffnung auf ein baldiges Ende des Krieges einmal abgesehen, “ können wir beten und helfen“, sagte der Bürgermeister, der gleich im Anschluss an die Zeremonie die Unterbringung ukrainischer Flüchtlinge in einer Unterkunft der Gemeinde organisierte. Die zehnköpfige Familie mit vier zum Teil kleinen Kindern und einem schwerbehinderten Vater war durch eine Rommerskirchener Facebook-Gruppe avisiert worden.
Brudermeister Peter-Josef Plück erinnerte in seiner Gedenkrede – bewusst mit aktuellem Bezug auf die Opfer des aktuellen Kriegsgeschehens – an die beklemmende Schilderung einer Augenzeugin: Schwester Irmhilde vom damaligen Josefskloster unweit der Kirche, hatte später das qualvolle Sterben ihrer Mitschwester Anna Klara schriftlich dokumentiert. Im Anschluss an die Gedenkfeier legten Martin Mertens und Peter-Josef Plück vor der Kirche an der Gedenkplakette für die Opfer des Bombenangriffs einen Kranz nieder.

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