Vor dem Hintergrund einer Anfrage der Fraktion Wir für Rommerskirchen (WfR) zur medizinischen Versorgung im südlichen Rhein-Kreis Neuss hat die Gemeindeverwaltung Rommerskirchen die aktuelle Versorgungslage eingeordnet und ihre Position zur zukünftigen Krankenhausstruktur dargelegt.
Die Gemeinde bewertet die Situation nach der Schließung der Notfallambulanz in Grevenbroich als deutlich verschlechtert. Insbesondere für die Bevölkerung im südlichen Kreisgebiet – einschließlich der Gemeinde Rommerskirchen – haben sich die Wege zu notfallmedizinischen Leistungen verlängert, wodurch die Zugänglichkeit zur Notfallversorgung erheblich eingeschränkt ist. Rückmeldungen von Rettungsdiensten bestätigen verlängerte Fahrzeiten sowie zusätzliche Belastungen umliegender Krankenhäuser, unter anderem in Neuss, Dormagen und Köln.
In ihrer Anfrage hatte die Fraktion WfR die jüngsten öffentlichen Äußerungen zur künftigen Krankenhausstruktur sowie die Auswirkungen auf die medizinische Versorgung vor Ort thematisiert. Die Verwaltung teilt die Einschätzung, dass die bestehenden Herausforderungen real sind und eine sachliche, lösungsorientierte Diskussion erfordern.
Die Gemeinde Rommerskirchen hält daher an der Prüfung eines modernen Klinikneubaus im Süden des Rhein-Kreises Neuss beziehungsweise in interkommunaler Kooperation – etwa mit benachbarten Kreisen – fest. Aus fachlicher Sicht sprechen hierfür insbesondere die Sicherstellung einer wohnortnahen Notfallversorgung, der demografische Wandel mit steigendem medizinischem Bedarf, die Entlastung bestehender Krankenhäuser sowie die Möglichkeit, moderne und bedarfsgerechte Versorgungsstrukturen zu schaffen. Bei sachgerechter Planung und interkommunaler Trägerschaft kann ein solcher Neubau sowohl medizinisch leistungsfähig als auch finanziell nachhaltig ausgestaltet werden.
Die Verwaltung hat bereits Gespräche mit benachbarten Kommunen geführt und den interkommunalen Austausch intensiviert, um mögliche Standorte und Kooperationsmodelle zu prüfen. Ziel ist es, mit einer abgestimmten Position gegenüber Kreis und Land aufzutreten.
„Nach den öffentlichen Diskussionen begrüßt die Gemeinde ausdrücklich die Klarstellung der Landrätin, dass ein gemeinsames Vorgehen mit den Kommunen weiterhin angestrebt wird. Die Verwaltung beabsichtigt, diesen Dialog weiter aktiv zu führen, um die medizinische Versorgung im südlichen Kreisgebiet nachhaltig zu verbessern“, sagt Bürgermeister Dr. Martin Mertens.
Die Sicherstellung einer leistungsfähigen medizinischen Grund- und Notfallversorgung bleibt eine zentrale Zukunftsaufgabe. Die Gemeinde Rommerskirchen wird sich weiterhin konstruktiv und engagiert für tragfähige Lösungen im Schulterschluss mit anderen Kommunen einsetzen.
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