
Gigabit
| 22.01.2026
Der Rhein-Kreis Neuss geht einen entscheidenden Schritt weiter auf dem Weg zur flächendeckenden Glasfaserversorgung. Nachdem sein Antrag im Rahmen der „Gigabitförderung 2.0“ erfolgreich geprüft wurde, hat er nun vom Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung offiziell den Förderbescheid für den Breitbandausbau in den sogenannten „Grauen Flecken“ erhalten. Das Schreiben nahm der Koordinator für digitale Infrastruktur des Rhein-Kreises Neuss, Hasan Sharifi, aus den Händen von Bundesminister Dr. Karsten Wildberger in Berlin entgegen.
Rund 30 Millionen Euro fließen an Rhein, Erft und Gillbach, um unterversorgte Gebiete direkt an das Glasfasernetz anzuschließen. Mit dieser Rekordsumme sollen die letzten Lücken geschlossen werden. Bisher galten Gebiete als „Graue Flecken“, wenn dort eine Grundversorgung vorhanden war, aber keine zukunftsfähige Bandbreite von mindestens 1000 Megabit pro Sekunde zur Verfügung stand. Dank der neuen Mittel können nun tausende Haushalte, Unternehmen und Schulen mit modernster Glasfaser-Technologie ausgestattet werden.
„Der offizielle Förderbescheid ist ein starkes Signal für die digitale Zukunft unseres Kreises“, erklärt Landrätin Katharina Reinhold. „Ein leistungsfähiges Glasfasernetz ist heute ebenso wichtig wie Strom und Wasser. Mit den 30 Millionen Euro vom Bund investieren wir direkt in die Zukunftsfähigkeit unserer Kommunen, sichern Arbeitsplätze und stärken die Lebensverhältnisse sowie die Wettbewerbsfähigkeit unserer Region“, so Reinhold.
Kreisdirektor Dirk Brügge ergänzt: „Wir freuen uns, dass wir mit der Förderzusage nun Planungssicherheit haben. Unser Ziel ist klar: Wir wollen den Glasfaserausbau im gesamten Kreisgebiet weiter beschleunigen und allen Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen moderne, zukunftssichere Anschlüsse ermöglichen.“
Die erfolgreiche Beantragung ist das Ergebnis einer engen Abstimmung zwischen dem Kreis, den Kommunen und dem Bund. „Wir freuen uns, dass unsere Hartnäckigkeit und die detaillierte Planung belohnt wurden“, so Hasan Sharifi, der Koordinator für digitale Infrastruktur. Jetzt gehe es darum, „die Glasfaser in den Boden zu bringen“.
Dabei setzt der Rhein-Kreis Neuss auf eine Doppelstrategie: Während der eigenwirtschaftliche Ausbau stets Vorrang hat und der Kreis hierfür im engen Austausch mit den Telekommunikationsunternehmen steht, um den marktgetriebenen Netzausbau und Investitionen zu erleichtern, greift die Förderung dort, wo sie notwendig ist.
Das Programm des Bundes unterstützt den Breitbandausbau, wo die eigenwirtschaftliche Initiative bisher nicht rentabel war. Der Rhein-Kreis Neuss koordiniert das Verfahren zentral, um eine effiziente und schnelle Umsetzung in allen beteiligten Kommunen zu gewährleisten. Gemeinsam mit ihnen werden nun die nächsten Schritte eingeleitet. Hierzu gehört die europaweite Ausschreibung, die Vergabe der Ausbaugebiete sowie die bauliche Umsetzung.
Der Ausbau der „Grauen Flecken“ in Dormagen, Grevenbroich, Kaarst, Neuss und Rommerskirchen ist Teil der umfassenden Digitalisierungsstrategie des Kreises. Nach dem aktuellen Stand sollen 7818 neue Anschlüsse an schnelles Internet ermöglicht werden. Davon profitieren rund 6447 Haushalte, 1357 Unternehmen, zwei Schulen und zwölf weitere sozioökonomische Schwerpunkte.
Die „Grauen Flecken“ befinden sich in Dormagen vor allem in den nördlichen Ortsteilen wie Nievenheim, Stürzelberg, Zons, Straberg und Gohr sowie vereinzelt in den übrigen Gebieten. In Neuss soll die digitale Infrastruktur vor allem in einigen Bereichen von Grimlinghausen, Holzheim, Norf und in der Nordstadt ausgebaut werden. In Kaarst geht es um mehrere Wohngebiete, in Grevenbroich und Rommerskirchen um einzelne Straßenabschnitte.
Der Bescheid des Bundes ist die Basis für eine weitere Förderung, die vom Land kommt: Mit rund 18,2 Millionen und somit 30 Prozent beteiligt sich Nordrhein-Westfalen am Breitbandausbau im Kreisgebiet. Den Eigenanteil von 20 Prozent in Höhe von rund 12,2 Millionen wird von den Kommunen Dormagen, Grevenbroich, Kaarst, Neuss und Rommerskirchen übernommen.