Die Ankaufplattform Cleverbuy hat Insolvenz angemeldet. Wer sein Gerät eingeschickt und kein Geld erhalten hat, sollte jetzt schnell handeln. Die Verbraucherzentralen erklären, welche Schritte Betroffene unternehmen können.
Was war das Geschäftsmodell von Cleverbuy?
Die Ankaufplattform Cleverbuy warb jahrelang mit dem Versprechen „Technik-Ankauf 2.0 – Verkaufen, kassieren, glücklich sein“. Verbraucher:innen konnten gebrauchte Smartphones, Tablets und andere Elektronikgeräte einsenden und sollten dafür einen vereinbarten Ankaufpreis erhalten.
Doch dann blieben Auszahlungen aus oder verzögerten sich über Monate, trotz Eingangsbestätigungen und konkreter Zahlungsversprechen seitens Cleverbuy. Nun ist das Unternehmen am Ende.
Die Cleverbuy GmbH hat selbst einen Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht Krefeld hat daraufhin am 30. April 2026 das vorläufige Insolvenzverfahren eröffnet (Az. 500 IN 113/26). Rechtsanwalt Dr. Christian Holzmann wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Das Unternehmen hat seinen Geschäftsbetrieb eingestellt.
Seit wann häuften sich die Beschwerden gegen Cleverbuy?
Bekannt waren die Probleme bei dem Unternehmen schon lange. Allein im Zeitraum von Januar 2024 bis Ende Oktober 2025 wurden bei den Verbraucherzentralen über 900 Beschwerden zu dem Anbieter erfasst. Ab Anfang 2025 stiegen die Beschwerden noch einmal an.
Betroffene berichteten davon, dass Geräte eingeschickt, der Empfang bestätigt und konkrete Auszahlungstermine zugesagt wurden – das Geld aber nie ankam. Auf Nachfragen reagierte Cleverbuy häufig gar nicht oder vertröstete die Kund:innen mit immer neuen Ausreden.
Beispielhaft stehen folgende Fälle für viele ähnliche Erfahrungen: Eine Verbraucherin schickte im September 2025 ihr Samsung Galaxy S25 Ultra ein. Cleverbuy bestätigte den Eingang und sicherte per E-Mail die Auszahlung von 953 Euro zu, doch das Geld blieb aus. Ein anderer Verbraucher verkaufte im September 2025 ein iPhone Pro Max für 1.155 Euro, wartete Wochen und erhielt ebenfalls keine Zahlung.
Auf Nachfrage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) räumte Cleverbuy im Januar 2025 ein, dass interne Systemumstellungen und Umstrukturierungen zu Verzögerungen geführt hätten. Die Lage besserte sich allerdings nicht.
