Besuche in 300 Kitas und 120 Schulen: Zahnärztlicher Dienst macht Kinder zu Experten für Zahngesundheit

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Gesundheit
| 16.06.2026

Gesunde Zähne von Anfang an: In den Kitas und Grundschulen legt der zahnärztliche Dienst des Rhein-Kreises Neuss den Grundstein für die Zahngesundheit. Mit gezielten Untersuchungen, durchdachten Prophylaxe-Maßnahmen und altersgerechter Aufklärung werden Kinder spielerisch zu kleinen Experten für Zahngesundheit. 16 Mitarbeiterinnen betreuen pro Schuljahr rund 40.000 Kinder in 300 Kitas und 120 Schulen.

Dr. Claudia Kaiser, Leiterin des Zahnärztlichen Dienstes im Kreisgesundheitsamt, berichtet: „Unsere Aufgabe ist es, frühzeitig die Basis für eine lebenslange Zahngesundheit zu legen. Dabei geht es um viel mehr als reine Kontrollen. Natürlich prüfen wir als Zahnärztinnen bei den Zahnuntersuchungen, ob Karies oder Fehlstellungen vorliegen, aber für uns steht die Prophylaxe an erster Stelle.“ Ihr Team vermittelt den Kindern spielerisch Wissen zu gesunder Ernährung, Kariesentstehung, dem Aufbau des Gebisses und der richtigen Zahnputztechnik.

Fünf Teams starten jeweils von den Kreishäusern in Neuss bzw. Grevenbroich und vom Standort des Gesundheitsamtes in Dormagen aus. Zu Dienstbeginn stellen sie alle Materialien zusammen, bevor sie in die Kitas und Schulen fahren. In jedem Schuljahr wird jede Einrichtung zwei Mal besucht: einmal zur Untersuchung mit einem Prophylaxe-Impuls und einmal ausschließlich für die Prophylaxe. Wichtig ist, dass die Kinder die Untersuchungen und den Zahnarztbesuch als etwas Positives erleben. Nicht nur Kitas, Grund- und Förderschulen werden berücksichtigt – das Team betreut ebenfalls die Kinder der fünften und sechsten Klassen in den weiterführenden Schulen, soweit es der straffe Zeitplan zulässt. 

Wenn die Zahnärztinnen, zahnmedizinischen Fachangestellten und Prophylaxe-Expertinnen in die Kitas und Grundschulen kommen, haben sie immer den „Biber“ im Gepäck dabei. Viele Kinder kennen das niedliche Stofftier schon seit Jahren und begrüßen das Maskottchen meist begeistert. Der Biber unterstützt zudem bei den Untersuchungen insbesondere in den Kitas: Auch die Kinder, die zunächst ihren Mund nicht öffnen wollen, tauen meist schnell auf, wenn sie zunächst selbst den Biber untersuchen dürfen. Ein Zahnputzmobil ist ebenfalls im Einsatz: Hier zeigen die Mitarbeiterinnen praktische Zahnputzübungen; bei Aktionen und Festen wie beim Familienfest auf dem Dycker Feld ist es ebenfalls mit dabei.

Dr. Claudia Kaiser und ihre Kolleginnen besuchen nicht nur Schulen, sondern sind auch für die Gutachtenerstellung zuständig. Sie werden vor allem von Beihilfestellen sowie von Sozial- und Jugendämtern beauftragt. Im Mittelpunkt der Arbeit steht jedoch die Prophylaxe in den Kitas und Schulen. Denn die Früherkennung von Karies reduziert aufwändige Behandlungen im Erwachsenenalter und schon den Jüngsten wird näher gebracht, dass sie zwei Mal jährlich zum Zahnarzt zur Kontrolle gehen sollten.

Positiv bewertet die Chefin des Zahnärztlichen Dienstes die Zahngesundheit der Kita-Kinder im Rhein-Kreis Neuss. „Beinahe neun von zehn Kindergartenkindern bei uns im Kreis haben naturgesunde Gebisse. Kita-Kinder haben durchschnittlich etwa 0,5 Zähne mit Karieserfahrung“, berichtet sie und fügt hinzu: „Leider profitieren von dieser Entwicklung aber nicht alle Kinder gleichermaßen, sondern wir können eine sogenannte ´Polarisierung des Kariesbefalls´ feststellen: Einige wenige Mädchen und Jungen vereinen die Hauptkarieslast auf sich. Es ist eine der größten Herausforderungen, diese Kinder zu erreichen und sie zahnärztlich behandeln zu lassen.“

Mit dem Programm „Kita mit Biss“ unterstützt das Kreisgesundheitsamt die Kitas im Rhein-Kreis Neuss bei der Förderung der Mundgesundheit im Kita-Alltag. Ziel ist es, frühkindliche Karies zu vermeiden und gesunde Gewohnheiten rund um das Thema Mundgesundheit und Ernährung zu etablieren. Dazu gehören ein zahngesundes Frühstück, das Anbieten zuckerfreier Getränke, das Zähneputzen nach der Hauptmahlzeit und vor allem das frühzeitige Abgewöhnen der Nuckelflasche bei Kindern, die schon aus der Tasse trinken könnten. Dieses Programm wurde 2003 in Frankfurt/ Oder entwickelt und wird im Rhein-Kreis Neuss seit mehreren Jahren in zahlreichen Kitas in Kooperation mit dem Zahnärztlichen Dienst umgesetzt. Eltern werden mit einem Flyer für das Thema gezielt sensibilisiert.

Hier findet ihr den Originalbeitrag
Rhein-Kreis Neuss: Pressemeldungen aus dem Jahr 2026