Partnerschaften
| 19.06.2026
Der Rhein-Kreis Neuss hat gemeinsam mit den weiteren Kreisen und Städten im Einzugsgebiet der Erft eine Vereinbarung zur gemeinsamen Lageeinschätzung bei Hochwasserlagen geschlossen. Landrätin Katharina Reinhold unterzeichnete die Vereinbarung jetzt bei einem Termin des Erftverbandes in Zülpich. Sie markiert einen weiteren wichtigen Schritt zur fortwährenden Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Wasserwirtschaft und Katastrophenschutz. „Ein wirksamer Hochwasserschutz lebt nicht nur von technischen Maßnahmen, sondern auch von einem schnellen, verlässlichen und abgestimmten Informationsaustausch zwischen allen beteiligten Akteuren. Die neue Vereinbarung schafft hierfür eine wichtige Grundlage und erhöht die Handlungsfähigkeit der Einsatz- und Krisenstäbe im Ereignisfall“, betont Landrätin Katharina Reinhold.
Im Rahmen des Projekts wurden Vertreterinnen und Vertreter der Wasser- und Katastrophenschutzbehörden der Kreise, des Landesamtes für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen (LANUK) sowie der Bezirksregierung Köln gezielt in Fachgespräche und Planspiele eingebunden. Die gewonnenen Erkenntnisse haben gezeigt, dass sich durch gemeinsame Verfahren und abgestimmte Kommunikationswege die Lagebewertung während eines Hochwasserereignisses deutlich verbessern lässt.
Ein zentrales Element der geschlossenen Vereinbarung ist die Einführung eines gemeinsamen Online-Meetings zur Lageeinschätzung. Es wird künftig mit dem Erreichen bestimmter Warnwerte im Hochwasserinformationssystem (HOWIS) aktiviert und bringt Fachleute des Erftverbandes sowie die Verantwortlichen des Katastrophenschutzes der Kreise, der Feuerwehren und der Unteren Wasserbehörden digital zusammen. Dadurch können Messdaten und Vorhersagen gemeinsam bewertet, Entwicklungen frühzeitig eingeordnet sowie Informationen in Echtzeit ausgetauscht und abgeglichen werden.
Parallel dazu entwickelt der Erftverband sein Hochwasserinformationssystem (HOWIS) kontinuierlich weiter. So wird das bestehende Pegel- und Sensornetzwerk im Erft-Einzugsgebiet ausgebaut, um auch bei kleineren Gewässern eine Datengrundlage zu schaffen und so Vorhersagen und Lagebewertungen zu verbessern. Darüber hinaus soll das System als zentrale Plattform für Daten aus kommunalen Frühwarnsystemen dienen.
Für den Rhein-Kreis Neuss stellt die Vereinbarung einen wichtigen Baustein zur weiteren Stärkung der Hochwasservorsorge und des Bevölkerungsschutzes dar. Die enge Zusammenarbeit zwischen Wasserwirtschaft, Kommunen und Katastrophenschutzbehörden trägt dazu bei, Risiken frühzeitig zu erkennen, Entscheidungen schneller treffen und die Bevölkerung im Ereignisfall noch besser schützen zu können. Das Verfahren hat sich bereits in der Praxis bewährt: Bei Hochwasser- und Starkregenereignissen wurden solche Online-Meetings bereits mehrfach erfolgreich durchgeführt. „Das Projekt ist ein gutes Beispiel dafür, wie man mit wenig Aufwand in der Zusammenarbeit über Stadt- und Kreisgrenzen hinweg einen echten Mehrwert für die Betroffenen schafft und im Zweifel sogar Leben retten kann“, betont Landrätin Katharina Reinhold auch mit Blick auf den interkommunalen Ansatz des mit EU-Mitteln geförderten Projektes.
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Rhein-Kreis Neuss: Pressemeldungen aus dem Jahr 2026
