
Gesundheit
| 14.07.2026
Das Kreisgesundheitsamt hat jetzt zur Tagung „Herausforderndes Verhalten in Kita und Grundschule“ eingeladen, und über hundert Fachleute kamen im Kreishaus Grevenbroich zusammen, um sich über aktuelle Erkenntnisse, praxiserprobte Ansätze und Handlungsmöglichkeiten auszutauschen.
„Gemeinsam für Kindergesundheit – dieses Ziel verfolgt unser Kreisgesundheitsamt zusammen mit seinen Kooperationspartnern. Die Fachtagung ist mittlerweile ein fester Bestandteil unserer vielen Aktivitäten geworden, die aus dem Gesundheitsförderprogramm ,fitnetz‘ gewachsen sind. Damit unterstützen wir pädagogische Fachkräfte bereits seit vielen Jahren, und ich freue mich, dass wieder so viele den Weg zu unserem Symposium gefunden haben“, so Landrätin Katharina Reinhold bei der Begrüßung der Gäste.
Die Veranstaltung bot eine Plattform für fachlichen Dialog, Vernetzung und neue Impulse für den pädagogischen Alltag. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Fachkräfte Kinder mit herausforderndem Verhalten bestmöglich begleiten und unterstützen können. In den Vorträgen wurde deutlich, dass herausforderndes Verhalten häufig Ausdruck individueller Bedürfnisse, belastender Lebenssituationen oder noch nicht entwickelter Kompetenzen ist. Eine wertschätzende Haltung, verlässliche Beziehungen und ein reflektierter Blick auf das Verhalten der Kinder bilden die Grundlage für gelingende pädagogische Arbeit.
Hauptreferent Dirk Fiebelkorn zeigte ausgehend von der Beziehungspädagogik, wie herausforderndes Verhalten als Kommunikation gelesen werden kann und warum jedes Verhalten einen guten Grund hat. Dabei ist auch deutlich geworden, wie die eigene Haltung auf Kinder wirken kann. Gerade dieses Bewusstsein könne dazu beitragen, nicht nur Handlungssicherheit zu erhalten, sondern auch neue Handlungsmöglichkeiten entstehen zu lassen, so der Coach, Referent und Weiterbildungstrainer mit langjähriger Praxiserfahrung als staatlich geprüfter Erzieher.
Die Tagung bot außerdem praxisnahe Workshops, in denen die Teilnehmer konkrete Methoden und Strategien für ihren Berufsalltag kennenlernen und erproben konnten. Die eigene Stressregulation, Impulse zur Stärkung der Handlungssicherheit, Strategien für konstruktive Elterngespräche und den Schulalltag, der Umgang mit Kindern mit besonderen Bedürfnissen – das alles und vieles mehr wurde dabei in den Fokus genommen.
Besonders geschätzt haben die Teilnehmer den intensiven Austausch. Die Möglichkeit, Erfahrungen aus unterschiedlichen Einrichtungen und Professionen zu teilen, eröffnete neue Perspektiven und zeigte, wie wichtig interdisziplinäre Zusammenarbeit für den Umgang mit herausfordernden Situationen ist. Dabei wurde deutlich, dass der professionelle Umgang mit herausforderndem Verhalten nicht auf einzelne Maßnahmen reduziert werden kann. Vielmehr braucht es eine Kombination aus fachlichem Wissen, Reflexion, Teamarbeit und einer ressourcenorientierten Haltung gegenüber jedem Kind.
Organisiert wurde die Fachtagung vom Arbeitskreis „Gesundheitsförderung in Kindertagesstätten und Schulen“ der Konferenz für Gesundheit, Pflege und Alter des Rhein-Kreises Neuss.
Hier findet ihr den Originalbeitrag
Rhein-Kreis Neuss: Pressemeldungen aus dem Jahr 2026