Rhein-Kreis Neuss vergibt interkulturelles Bildungsstipendium an zwei erfolgreiche und engagierte Abiturienten

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Bildung
| 24.07.2026

Ronaldo Bixheku und Alexandru Cristian Antohie erhalten ab dem Wintersemester 2026/2027 das interkulturelle Bildungsstipendium des Rhein-Kreises Neuss. Beide haben kürzlich ihr Abitur an der Gesamtschule Nordstadt in Neuss gemacht und werden während ihres Studiums mit je 300 Euro pro Monat unterstützt. Landrätin Katharina Reinhold gratulierte ihnen jetzt zusammen mit Kreis-Schuldezernent Sebastian Johnen und Kreis-Schulamtsleiterin Petra Heinen-Dauber. 

„Die beiden Stipendiaten haben die Jury unseres interkulturellen Bildungsstipendiums nicht nur durch ihre sehr guten schulischen Leistungen, sondern auch durch ihr Engagement außerhalb der Schule und den Einsatz für unsere demokratische Gesellschaft beeindruckt“, betont Landrätin Katharina Reinhold. „Mit dem Stipendium werden sie auf ihrem weiteren Weg unterstützt. Zugleich macht es deutlich, dass sich Engagement und Zielstrebigkeit lohnen.“

Das interkulturelle Bildungsstipendium richtet sich an begabte und leistungsbereite junge Menschen im Kreisgebiet, die mit geringen oder gar keinen Deutschkenntnissen während der Schulzeit aus dem Ausland nach Deutschland gekommen sind und trotz schwieriger Startbedingungen erfolgreich ihre Schullaufbahn im Rhein-Kreis Neuss mit einem guten oder sehr guten Abitur abgeschlossen haben. 

Zu den Auswahlkriterien gehören darüber hinaus weitere Aspekte wie zum Beispiel soziales Engagement. Kreis-Schuldezernent Sebastian Johnen hebt hervor: „Die beiden Stipendiaten Ronaldo Bixheku und Alexandru Cristian Antohie haben sich hervorragend in ihrer neuen Heimat integriert, die deutsche Sprache erlernt und mit starken schulischen Leistungen beeindruckt. Darüber hinaus setzen sie sich für andere ein und zeigen großes Verantwortungsbewusstsein. Damit sind sie hervorragende Vorbilder für andere junge Menschen mit ähnlichen Lebenswegen.“

Ronaldo Bixheku ist 2021 im Alter von 16 Jahren aus Griechenland nach Deutschland gekommen. Er zog zu seiner älteren Schwester nach Neuss, die bereits 2018 eingewandert war, während seine Eltern zunächst weiterhin in Griechenland lebten und ein Jahr später nachkamen. Anfangs sprach Ronaldo Bixheku kein Deutsch, doch er hatte von Anfang an ein klares Ziel. „Ich wollte die Sprache lernen, mich erfolgreich integrieren und die Chancen nutzen, die mir hier geboten wurden“, erklärt er. Das hat er dank seines Ehrgeizes und seines Engagements erreicht. 

Sein berufliches Ziel steht bereits fest: Ronaldo Bixheku möchte ab dem Wintersemester Medizin studieren und Arzt werden, insbesondere die Chirurgie fasziniert ihn. Um diesem Ziel näher zu kommen, hat er bereits ein Praktikum im Lukaskrankenhaus absolviert. Neben der Schule arbeitete er zudem als Kellner in der Gastronomie, um seine Familie zu unterstützen. „Durch meinen eigenen Verdienst war es mir außerdem möglich, meinen Führerschein selbst zu finanzieren und meine Eltern finanziell zu entlasten. Darauf bin ich besonders stolz“, erklärt Ronaldo Bixheku. Außerdem engagierte er sich in Projekten gegen Diskriminierung und Antisemitismus und wirkte an der Ausstellung „Lebenslinien – eine Ausstellung über Menschen auf der Furth“ mit.

Alexandru Cristian Antohie ist 2021 im Alter von 14 Jahren aus Rumänien nach Deutschland gekommen. Auch er setzte alles daran, so schnell wie möglich Deutsch zu lernen und sich in seiner neuen Heimat zu integrieren. „Für mich war früh klar, dass ich die Oberstufe erreichen und später studieren möchte“, betont er. Mit dem Abitur in der Tasche möchte er nun Lehramt mit den Fächern Englisch und Spanisch studieren. Schon während der Schulzeit wurde ihm klar, dass er später mit Jugendlichen arbeiten möchte. „Ich habe selbst erlebt, wie wichtig Lehrkräfte in dieser Lebensphase sein können und wie sehr sie den Weg eines jungen Menschen beeinflussen“, erklärt er. Auch aufgrund seines eigenen Werdegangs möchte Alexandru Cristian Antohie später Schülerinnen und Schüler dabei unterstützen, ihre sprachlichen Fähigkeiten zu entwickeln. Gerne möchte er dabei seine eigenen Erfahrungen weitergeben und andere Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund dazu ermutigen, ihren eigenen Bildungsweg konsequent zu verfolgen.

Neben seinen schulischen Leistungen hat sich Alexandru Cristian Antohie aktiv am Schulleben beteiligt. So wirkte er am Projekt „Erinnerungskultur“ mit, nahm am Projekt „fair@school – Schulen gegen Diskriminierung“ teil und gewann mit der Gruppe der Gesamtschule Nordstadt einen ersten Platz beim Wettbewerb „Geschichte(n) meiner Familie“, zu dem die Stadt Neuss aufgerufen hatte. Neben der Schule jobbt Alexandru Cristian Antohie als Kassierer in einem Supermarkt. Durch die Verbindung von Schule, Abiturvorbereitung und Job wurde er nicht nur weiter bestärkt, Verantwortung zu übernehmen, sondern auch darin, seine Zeit gut zu organisieren. 

Zur Jury des interkulturellen Bildungsstipendiums gehörten in diesem Jahr Kreis-Schuldezernent Sebastian Johnen, Birte Wienands (Vorsitzende des Schulausschusses Rhein-Kreises Neuss), Catherine Pellny (Seiteneinsteigerförderung Quirinus-Gymnasium), Natalia Lüdtke (Kommunales Integrationszentrum), Britta Heiermann (Schulleiterin der Gesamtschule an der Erft in Neuss), Ulrich Dauben (Schulleiter des Quirinus-Gymnasiums in Neuss), Claudia Dalibor (Untere Schulaufsicht des Rhein-Kreises Neuss) und Carmen Claßen als Projektleiterin beim Rhein-Kreis Neuss. Das Stipendium wurde erstmals 2009 vergeben.

Hier findet ihr den Originalbeitrag
Rhein-Kreis Neuss: Pressemeldungen aus dem Jahr 2026