Landrätin Katharina Reinhold kritisiert geplante Erhöhung der Landschaftsumlage

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Finanzen
| 30.07.2026

Mit deutlichen Worten bezieht Landrätin Katharina Reinhold klar Stellung zur geplanten Erhöhung der Landschaftsumlage, die der Landschaftsverband Rheinland (LVR) für 2027 angekündigt hat. „Die kommunale Familie steht bundesweit unter enormem finanziellem Druck. Das gilt auch für Nordrhein-Westfalen und den Rhein-Kreis Neuss. Es ist dringend an der Zeit, dass auch Akteure wie der LVR die finanzielle Situation der Kreise, Städten und Gemeinden angemessen berücksichtigen und dies auch konsequent in ihre Finanzplanung einbeziehen. Statt zusätzlicher Belastungen durch eine höhere Landschaftsumlage wäre es an der Zeit für finanzielle Entlastungen der kommunalen Familie“, betont Katharina Reinhold. In einem Schreiben an LVR-Direktorin Ulrike Lubek hat die Landrätin ihre Sorge über die Entwicklungen der Landschaftsumlage und ihre Kritik daran zum Ausdruck gebracht. „Die geplante Erhöhung ist ein Schritt, der die kommunale Familie zur absoluten Unzeit trifft“, betont Reinhold.

Der seitens des LVR für 2027 prognostizierte Umlagesatz von voraussichtlich etwa 18,75 Prozent sieht eine massive Steigerung (2026: 16,4 Prozent) vor. Für den Rhein-Kreis Neuss bedeutet dies, entsprechend der noch zu konkretisierenden Umlagegrundlagen, eine Aufwendung in einer Größenordnung zwischen rund 190,9 und 197,2 Millionen Euro. Diese Erhöhung der Landschaftsumlage würde für 2027 voraussichtlich mit zwischen 23,9 und 30,2 Millionen Euro mehr als im Haushaltsjahr 2026 zu Buche schlagen und einem Wert zwischen 2,50 und 3,06 Prozentpunkten Kreisumlage entsprechen. 

Erst kürzlich hatten Kreise, Städte und Gemeinden in Deutschland mit dem Aktionstag „Kommunen am Limit“ auf die prekäre Finanzlage der kommunalen Familie aufmerksam gemacht. Diese ist nicht selbst gemacht, sondern strukturell bedingt, da die Kommunen immer mehr gesetzliche und zugleich immer teurer werdende Pflichtaufgaben erfüllen müssen, ohne dass diese auskömmlich finanziert werden. Das schränkt den Handlungsspielraum der kommunalen Familie immer weiter ein.

Die Landrätin nimmt daher auch den LVR in die Pflicht. „Der Landschaftsverband Rheinland erfüllt zweifellos unverzichtbare Aufgaben für die Menschen in unserer Region. Gerade deshalb trägt er jedoch auch eine besondere Verantwortung für einen wirtschaftlichen und nachhaltigen Einsatz der ihm anvertrauten Mittel. In Zeiten, in denen die Mitgliedskörperschaften zu einschneidenden Konsolidierungsmaßnahmen gezwungen sind, muss auch der Landschaftsverband bereit sein, mit der erforderlichen Ernsthaftigkeit seine eigenen Strukturen, Aufgaben und Standards kritisch zu hinterfragen“, erklärt Katharina Reinhold. Deshalb regt sie ausdrücklich an, die Organisation und Finanzierung des LVR einer unabhängigen externen Organisationsuntersuchung zu unterziehen, die über eine reine Wirtschaftlichkeitsanalyse hinausgeht. Aufgaben, Durchführung sowie fachliche und administrative Standards sollten kritisch überprüft und Effizienz-, Digitalisierungs- und Synergiepotenziale sowie nachhaltige strukturelle Einsparmöglichkeiten identifiziert werden.

Die Landrätin weist in dem Schreiben an LVR-Direktorin Ulrike Lubek darauf hin, dass die Aufwendungen für Soziales und Landschaftsumlage schon jetzt den mit Abstand größten Ausgabenblock des Kreishaushaltes darstellen und die Erträge aus der Kreisumlage mittlerweile übersteigen. „Der Rhein-Kreis Neuss hat trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen erhebliche Anstrengungen unternommen, die Belastungen der kreisangehörigen Städte und Gemeinde möglichst gering zu halten“, erklärt Katharina Reinhold. „Unter größten Kraftanstrengungen haben der Kreis und seine Kommunen die Haushalte bereits für 2026 konsolidiert, Leistungen kritisch hinterfragt und Standards überprüfen müssen.“ Sie macht zudem deutlich, dass jede weitere Erhöhung der Landschaftsumlage die finanzielle Lage der kommunalen Familie insgesamt unmittelbar verschärft und die Gefahr erhöht, dass weitere Kommunen in die Haushaltssicherung geraten.

Katharina Reinhold hebt zudem hervor, dass die kommunale Familie die vor ihr liegenden Herausforderungen nur gemeinsam bewältigen kann. Dazu gehöre die Bereitschaft aller Beteiligten, den eigenen Beitrag zu leisten und bestehende Strukturen kritisch zu hinterfragen. „Die Bürgerinnen und Bürger erwarten zu Recht, dass öffentliche Mittel mit größtmöglicher Wirtschaftlichkeit und Effizienz eingesetzt werden. Ebenso erwarten sie einen Staat, der handlungsfähig bleibt und seine Aufgaben zuverlässig erfüllen kann. Beides setzt voraus, dass auch die Umlageverbände ihren Beitrag zur Konsolidierung leisten“, betont die Landrätin.

Hier findet ihr den Originalbeitrag
Rhein-Kreis Neuss: Pressemeldungen aus dem Jahr 2026