Jugendliche aus dem Rhein-Kreis Neuss und aus Mikołów blickten auf Holocaust zurück

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Partnerschaften
| 05.08.2026

Elf Tage lang stand eine internationale Jugendbegegnung zwischen dem Rhein-Kreis Neuss und dem polnischen Partnerkreis Mikołów ganz im Zeichen von Begegnung, Erinnerung und gemeinsamem Lernen. Insgesamt 30 Jugendliche im Alter von zwölf bis 18 Jahren verbrachten die Zeit im Nikolauskloster sowie in der Jugendeinrichtung „Sinnflut“ in Glehn.

Neben dem interkulturellen Austausch kam auch das gemeinsame Erleben nicht zu kurz. Sportliche Programmpunkte wie ein Besuch im Alma-Park in Gelsenkirchen oder bei TeamCraft in Mönchengladbach stärkten den Teamgeist und boten zahlreiche Gelegenheiten, neue Freundschaften über Ländergrenzen hinweg zu knüpfen.

Den inhaltlichen Schwerpunkt der Begegnung bildete die intensive Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus und den Schicksalen der Opfer des Holocaust. Zu Beginn erarbeiteten sich die Jugendlichen in einem interaktiven Workshop die historischen Grundlagen. Dabei setzten sie sich mit zentralen Begriffen auseinander und erhielten mithilfe moderner Technik neue Zugänge zur Geschichte: Durch Virtual-Reality-Brillen konnten sie unter anderem das ehemalige Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz sowie das Anne-Frank-Haus virtuell erkunden. Die Technik stand dank des Medienzentrums des Rhein-Kreises Neuss zur Verfügung. 

Die Gruppe ging auch auf Reisen: Es gab zwei Führungen im NS-Dokumentationszentrum in Köln und zwei Führungen zum Thema „NS, Zwangsarbeit und Erinnerungskultur“ durch Hologramme bei „Holo Voices“ auf dem Gelände der Zeche Zollverein in Essen.

Auf dieser Grundlage recherchierte die deutsch-polnischen Gruppe in den folgenden Tagen die Lebensgeschichten von Holocaust-Opfern aus dem Rhein-Kreis Neuss. Dabei handelte es sich um die Familie Winter aus Korschenbroich, Milli Stein und ihre Familie aus Neuss, Familie Levi aus Jüchen, Henriette Kaufmann und ihre Familie aus Rommerskirchen, Familie Josephs aus Neuss sowie Lore Levy und ihre Familie, ebenfalls aus Neuss. Die Jugendlichen beschäftigten sich intensiv mit den Biografien und entwickelten daraus kreative Beiträge, um die individuellen Schicksale sichtbar und erfahrbar zu machen.

Die Ergebnisse spiegelten die Vielfalt der Auseinandersetzung wider: Es entstanden eindrucksvolle Porträts auf Acrylplatten, auf T-Shirts sowie auf Leinwänden, Sound-Installationen, Videobeiträge und begehbare Rauminszenierungen. Jede Gruppe fand ihre eigene Form, um die Geschichten der Opfer zu erzählen und deren Erinnerung lebendig zu halten.

Den Abschluss der Jugendbegegnung bildete eine Ausstellung in der Aula der Grundschule Glehn, die sich auch Landrätin Katharina Reinhold ansah. Dort präsentierten die Jugendlichen Familien, Freunden sowie weiteren interessierten Gästen ihre Arbeiten. Die Präsentation machte deutlich, wie junge Menschen sich verantwortungsvoll mit Geschichte auseinandersetzen und durch kreative Ausdrucksformen einen persönlichen Zugang zur Erinnerungskultur finden können.

Hier findet ihr den Originalbeitrag
Rhein-Kreis Neuss: Pressemeldungen aus dem Jahr 2026