
„Über Kohleausstieg, Strukturwandel und Energiewende wird in diesen Wochen wieder viel diskutiert, mitunter lamentiert. Dabei verschiebt sich der Blickwinkel deutlich, je weiter weg die Sprechenden von Baggergruben und Kraftwerken entfernt leben. Unsere Aufgabe ist es deshalb, grundlegende Fakten immer wieder in den Vordergrund zu holen“, betonte Dr. Martin Mertens, der als Bürgermeister der Gemeinde Rommerskirchen natürlich „ganz nah dran“ ist.
Zwei ganz wichtige Zahlen: RWE wird im laufenden Jahr 430 Millionen Euro als „Beschaffungsvolumen“ im „Rheinischen Revier“ ausgeben. Hinzukommen 600 Millionen Euro an Löhnen und Gehältern für die rund 5.900 Beschäftigten im „Rheinischen Revier“. „Über eine Milliarde Euro, die als Wirtschaftskraft in die Region fließt“, resümiert der Bürgermeister, der sich auf Aussagen von Karl-Heinz Stauten, RWE-Spartenleiter Kraftwerk, stützt. Der hatte jüngst Mertens und mehrere Vertreter der Verwaltung in Neurather BoA-Kraftwerk begrüßt.
Damals wurde (wie berichtet) deutlich, dass der Jahresvergleich der Voll-/Teillast in der Braunkohle eines ganz klar zeigt: Ohne Kohle gibt es derzeit keine Versorgungssicherheit.
Parallel plant das RWE aber die Zukunft: Es will bei geeigneten Rahmenbedingungen bis zu drei Gigawatt H₂-ready Gaskraftwerke bauen (einschließlich Neurath), ist mit durchgerechnet 55 Prozent bei „Amprion“ eingestiegen. Bis 2031 steckt das RWE 6,5 Milliarden Euro in den Ausbau des deutschen Höchstspannungsnetzes. Insgesamt will „Amprion“ in diesem Zeitraum 42 Milliarden Euro investieren.
Die in Neurath entstehende „Schnellstartfähige Power Unit“ (SPU) soll bis Mitte 2027 in Betrieb gehen. Bevor im Alt-Kraftwerk Neurath allerdings mehr Neues entstehen kann (zum Beispiel ein Konverter) muss ein aufwendiger Rückbau erfolgen. In Frimmersdorf läuft dieser Rückbau bereits. Derzeit laufen die Arbeiten zur Schadstoffentfrachtung im Maschinenhaus, in der REA und in den Bekohlungsanlagen. Mitte 2028 sollen die Rückbauarbeiten dort abgeschlossen sein. Dann könnten dort eigentlich „IT.NRW“ und Hyper-Scaler einziehen – „wenn bis dahin die bestehenden, erheblichen Netzprobleme wirklich gelöst wären“, seufzt Bürgermeister Dr. Martin Mertens nachdenklich.
Quelle: Gemeinde Rommerskirchen
Bildhinweis: KI-generiertes Symbolbild zur Meldung.
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https://www.rommerskirchen.de/gemeindespitze-macht-fakten-check-eine-milliarde-euro-fuers-revier/