Umweltpolitiker setzen auf Martin Mertens:„Mehr Widerstand leisten“

Umweltpolitiker setzen auf Martin Mertens:„Mehr Widerstand leisten“

Rommerskirchen.  Die Mitglieder des Umwelt-Ausschusses der Gemeinde Rommerskirchen waren sich einig: Der Gillbach muss in seinem Oberlauf (bis Widdeshoven) und in seinem Unterlauf (von Widdeshoven bis zur Mündung in den Rhein) erhalten werden.

Allerdings gibt es da ein Problem: „Wir sitzen nicht auf dem Fahrersitz“, brachte es Dezernent Ulrich Baum auf den Punkt. Und der Rhein-Kreis, die Regierungsbezirksebene sowie das Land (Umweltministerium) sind davon nicht überzeugt, haben auf unterschiedlichen Wegen deutlich gemacht, dass sie den klassischen Gillbach (vor dem Kohleabbau und vor der Kühlwasser-Einleitung) als „ephemer“, „nur temporär wasserführend“ einstufen. Dies würde sie und das RWE vor größeren Investitionen schützen.

Folgerichtig forderten die Umweltpolitiker Bürgermeister Dr. Martin Mertens auf, genauso engagiert, zielstrebig und geschickt für den Erhalt des Gillbaches zu kämpfen, wie er es für den Strukturwandel, die Energiesicherheit und den Stromnetzausbau tue. Gunnar Dyckstra (Grüne; nur Gast im Ausschuss) forderte ihn gar zu „mehr Widerstand“ auf.

Eine Forderung, der es natürlich nicht bedurft hätte, ist Bürgermeister Dr. Martin Mertens doch längst in Sachen Gillbach-Rettung unterwegs: So spricht er Anfang in großer Runde mit dem Rhein-Kreis Neuss, dem Rhein-Erft-Kreis und dem Erft-Verband.

Entscheidender Unsicherheitsfaktor ist dabei natürlich die Frage, wann die Braunkohleverstromung letztendlich wirklich beendet wird. Die Vorgaben 2030 und 2033 werden ja bekannterweise derzeit heftig diskutiert und von vielen in Frage gestellt. Klar ist allerdings, dass die Kühlwassereinleitung erst ein, zwei Jahre nach dem Abschalten der Kraftwerke in Niederaußem ausbleiben wird. „Das Wasser wird wahrscheinlich bis Mitte der 30er Jahre fließen. Das gibt uns aber auch ein zusätzliches Zeitfenster, die Frage zu klären, wie der Gillbach auf Dauer gerettet werden kann“, so der Bürgermeister.

Allerdings brachten Martin Mertens und andere Redner auch noch einen anderen Aspekt ein: Der heiße Sommer 2026, der zeitweise selbst den Rhein in Richtung „ephemer“ gebracht habe, werfe die Frage auf, wie lange man Grundwasser oder auch Rheinwasser in Ober- und Unterlauf des Gillbaches pumpen könne, um ihn zu erhalten. „Noch zwei, drei solche Sommer … und wir müssen uns ganz anderen Fragen stellen!“

KI-generierte Symbolillustration. Die Bachlandschaft zeigt keine dokumentarische Aufnahme des Gillbachs.“