Straßenverkehr
| 24.09.2026
Eine vom Rhein-Kreis Neuss beauftragte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die geplante Revierbahn West neben dem Schienenpersonenverkehr auch erhebliche Potenziale für den Schienengüterverkehr bietet. Der Kreis fordert deshalb, die Anforderungen des Güterverkehrs in der laufenden Machbarkeitsstudie von Go.Rheinland stärker zu berücksichtigen.
Landrätin Katharina Reinhold betont: „Die Revierbahn West bietet weit mehr Potenzial als eine reine Personenverkehrsverbindung. Sie kann einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung des Rhein-Kreises Neuss und des gesamten Rheinischen Reviers leisten. Deshalb erwarten wir, dass die Ergebnisse unserer Studie in die weiteren Planungen einfließen und die Anforderungen des Schienengüterverkehrs angemessen berücksichtigt werden.“
Zum Hintergrund:
Der Zweckverband Go.Rheinland untersucht derzeit die Machbarkeit einer neuen Schienenverbindung zwischen Aachen, Jülich und Bedburg. Obwohl die geplante Strecke das Kreisgebiet des Rhein-Kreises Neuss nicht unmittelbar berührt, ist der Kreis aufgrund seiner wirtschaftlichen Verflechtungen und bestehenden Schienenanbindungen eng in den Planungsprozess eingebunden.
Aus Sicht des Rhein-Kreises Neuss wurden die Potenziale der Strecke für den Schienengüterverkehr bisher nicht ausreichend betrachtet. Deshalb beauftragte der Kreis das Fachbüro Railistics mit einer ergänzenden Untersuchung. Diese Studie zeigt, dass eine güterverkehrstaugliche Revierbahn West zusätzliche Schienenkapazitäten schaffen, die Netzresilienz stärken und die Anbindung des Wirtschafts- und Logistikstandortes Rhein-Kreis Neuss an die europäischen Güterverkehrskorridore verbessern kann. Gleichzeitig wird in der Studie deutlich, dass die künftig steigenden Güterverkehrsmengen nur durch einen konsequenten Ausbau der Schieneninfrastruktur bewältigt werden können. Die dafür erforderlichen Kapazitäten müssen frühzeitig geschaffen werden. Eine Verlagerung zusätzlicher Gütertransporte auf die Schiene ist zwingend erforderlich, um die bereits heute stark belasteten Autobahnen nachhaltig zu entlasten und den wachsenden Mobilitäts- und Transportbedarf zu bewältigen.
Landrätin Katharina Reinhold weist darauf hin, dass für den Rhein-Kreis Neuss als wirtschaftsstarkem Industriestandort und mit den Häfen Neuss und Düsseldorf eine leistungsfähige Schienenanbindung immens wichtig ist. „Als bedeutender Industrie- und Logistikstandort ist unser Kreis auf eine verlässliche Anbindung an die europäischen Seehäfen Zeebrügge, Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam (ZARA-Häfen) angewiesen“, sagt sie. Niedrigwasserphasen auf dem Rhein schränken die Transportkapazitäten der Binnenschifffahrt bereits heute wiederholt ein und werden infolge des Klimawandels voraussichtlich weiter zunehmen. Eine leistungsfähige Schieneninfrastruktur sei unverzichtbar, um Güterverkehr zuverlässig abzuwickeln, die Erreichbarkeit der ZARA-Häfen langfristig sicherzustellen, Lieferketten zu stabilisieren und die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschafts- und Logistikstandortes Rhein-Kreis Neuss nachhaltig zu stärken.
Der Rhein-Kreis Neuss hat seine Stellungnahme gemeinsam mit der Studie bereits an Go.Rheinland übermittelt und fordert, den Schienengüterverkehr im weiteren Planungsverlauf von Beginn an gleichberechtigt neben dem Schienenpersonenverkehr zu berücksichtigen. Die Studie wurde im Ausschuss für Strukturwandel und Arbeit des Rhein-Kreises Neuss vorgestellt und diskutiert. Die Kreispolitik unterstützt die Nutzung einer künftigen Revierbahn in Verbindung mit einer Nachnutzung des RWE-Werkbahnnetzes für eine nachhaltige Erschließung des rheinischen Reviers im Personen- und Güterverkehr.
Hier findet ihr den Originalbeitrag
Rhein-Kreis Neuss: Pressemeldungen aus dem Jahr 2026
