Landrätin Katharina Reinhold überreichte die Bundesverdienstmedaille an Marius Ebel aus Grevenbroich

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| 08.10.2026

Dies war ein besonderer Moment für Marius Ebel: Der Grevenbroicher erhielt in einer Feierstunde im Kreishaus Grevenbroich die Bundesverdienstmedaille. Landrätin Katharina Reinhold überreichte die Auszeichnung an den 31-Jährigen im Beisein seiner Eltern Elke und Peter Ebel und des stellvertretenden Grevenbroicher Bürgermeisters Dr. Peter Cremerius. Sie hob in ihrer Laudatio das außergewöhnliche Engagement von Marius Ebel in den Bereichen Gesundheit und Inklusion hervor. 

Die Bundesverdienstmedaille wird an Menschen verliehen, um deren außerordentlichen Einsatz für das Gemeinwesen und die Gesellschaft zu würdigen. „Es ist etwas ganz Besonderes und ein großer Schatz, wenn jemand anderen Mut macht. Wir brauchen Menschen, die aktiv werden; Menschen, denen das Schicksal ihrer Mitbürger nicht gleichgültig ist; Menschen, die sich für andere einsetzen“, sagte die Landrätin und fuhr fort: „Marius Ebel wurde für diese besondere Auszeichnung vorgeschlagen, weil er vorbildlich vorangeht und sich außerordentlich engagiert.“
Marius Ebel, der in Grevenbroich-Neurath aufgewachsen ist, erhielt in seinem dritten Lebensjahr die Diagnose Duchenne-Muskeldystrophie (DMD). Hierbei handelt es sich um die häufigste muskuläre Erbkrankheit im Kindesalter. Im Verlauf der Krankheit werden die Atmung, die Wirbelsäule und das Herz beeinträchtigt. In Deutschland sind zwischen 1.500 und 2.000 Menschen betroffen — hauptsächlich Jungen und junge Männer. 

Der Grevenbroicher ist seinem 12. Lebensjahr auf den Rollstuhl angewiesen und lebt heute zeitweise im Kinder- und Jugendhospiz Balthasar in Olpe. Im Alter von 28 Jahren hat er seine Autobiografie „Mitleid? Nein danke!“ veröffentlicht. In dem Buch schildert er, wie die Diagnose sein Leben, aber auch das seiner Eltern verändert und geprägt hat. Er zeigt seine Lebenswelt, die oft mit Ausgrenzung und einem Leben am Rande der Gesellschaft verbunden ist. Gleichzeitig ermutigt er Menschen mit Behinderungen dazu, das Leben zu genießen und es wertzuschätzen.
Der 31-Jährige spendet die Erlöse aus dem Buchverkauf vollständig dem Kinder- und Jugendhospiz Balthasar. Darüber hinaus hat er zusammen mit seinen Eltern Spendengelder gesammelt, um die Duchenne-Forschung zu unterstützen. Im Kinder- und Jugendhospiz ist er Ansprechpartner für Familien, die neu im Hospiz begleitet werden. Er spricht mit ihnen über Verarbeitungsstrategien, die entscheidend zu Lebensqualität und Lebensmut beitragen. 

Landrätin Katharina Reinhold hob das Engagement des Grevenbroichers hervor: „Sie haben mit Ihrem Buch Ihre Lebenswelt einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Mit Ihrem Einsatz leisten Sie einen wertvollen Beitrag zur Inklusion, der gesellschaftlichen Teilhabe aller Menschen.“ Sein Engagement sei geprägt von großer Ausdauer, echter Überzeugung und dem Wunsch, etwas zu bewirken. Die Landrätin betonte: „Es lohnt sich, Zeit und Energie für eine Sache einzusetzen, die einem am Herzen liegt. Denn wer sich engagiert, kann etwas bewegen und damit einen wertvollen Beitrag für die Gemeinschaft leisten – so wie Marius Ebel das in besonderer Weise vorlebt.“ 
 

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